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Meine Lieben, es ist wieder soweit, heute ist der 15. Dezember und ich freue mich dass die Petra heute wieder bei mir zu Gast ist und einen Thüringer oder auch Dresdner Stollen mitbringt.
Einen mit Rosinen und allerlei guten Sachen drinnen.

Darüber freue ich mich besonders, weil Stollen ist ja nicht so meines, wenn gibt’s bei mir Topfenstollen.

Aber lest selbst, Petra hat das Rezept wieder mit einer Geschichte garniert:

Die Advents-, und dann die Weihnachtszeit, sind viel mehr als alles anderen im Jahr die Zeiten der Besinnung auf Traditionelles. Da kramen wir in unseren alten Kochbüchern und suchen die Rezepte von den Omas und Müttern, um uns Weihnachten die Erinnerungen an die Kindheit auf den Tisch zu holen. Wir backen und kochen um die Wette und freuen uns wie die kleinen Kinder, wenn es dann „wie früher“ schmeckt.

Da mache ich keine Ausnahme. Da stehe ich mit feuchten Augen und sehe zu, wie meinen Lieben alle die Köstlichkeiten schmecken, die schon viele, viele Jahre in unserer Familie zum Fest auf den Tisch kommen.
Dresdner Stollen

Eine der Traditionen ist das backen vom Christstollen. An meine Oma Martha kann ich mich erinnern und an meine Mutter. War der große Tag gekommen, standen se sehr früh auf, um den Teig anzusetzen. Die Mandeln wurden gebrüht und gehäutet und gestiftet und die Rosinen eingeweicht. Alle köstlichen Zutaten kamen zusammen und gegen Mittag war der Teig bereit zum backen.

In einer großen Schüssel, abgedeckt, wurde er zum Bäcker an der Ecke getragen. Dieser hat die Laibe geformt und auf einem langen Brett wurde sie ihn den Ofen geschoben. Dabei durften wir
zusehen. Jeder der Stollen wurde mit einem Schildchen versehen, welches wir mitgebracht haben.
Es war ein Aluminiumschild mit unserem Namen und ich bin todtraurig, dass die nicht mehr auffindbar sind.

Am Nachmittag waren sie abholbereit und kamen alle zusammen bei uns auf den Küchentisch.
Dort haben sie vor sich hin geduftet und durften bis zum nächsten Tag ausruhen. Dann kam das für uns Kinder eigentliche Fest, dass bestreichen mit der Butter und das Zuckern. Die flüssige
Butter wurde rundherum gepinselt und der Stollen wurde mit Staubzucker dick und fett bestreut.
Da war es nicht zu vermeiden, dass Einiges daneben ging und das gehörte uns. Mir den kleinen Fingern ging es zwischen den Stollen hin- und her und wir hörten nicht auf, bevor uns richtig schlecht war.

Für lange Zeit war das backen vom Christstollen nicht mehr mein Thema. Die Bäcker machen das ja auch so toll und man kann sie einfach kaufen….. Aber es ist nicht das Gleiche und seit ein paar
Jahren freue ich mich aufs backen vom Stollen, der dann auch gleich als Geschenk im Rest der Familie willkommen ist.

Fangen wir also an. Hier geht es zum Rezept vom Dresdner (Thüringer) Christstollen, ganz wie ihn meine Oma schon gebacken hat:

1500 gr. Mehl Typ 550,
150 gr. Zucker
600 gr. Butter,
100 gr. Zitronat und 100 gr., Orangeat,
400 gr. Mandeln,
400 gr. Rosinen und 200 gr. Korinthen,
600 ml. Milch, Milch zum quellen 126 gr. Hefe ( 3 Würfel)
3 Päck.Vanillezucker, 1 Teel.Salz
1 Bio Zitrone,
50 ml. Rum

Am Vorabend die Rosinen und Korinthen mit dem Rum einweichen.

Am Backtag als erstes die Mandeln mit 100 ml. Milch überbrühen und etwa 1 Stunde quellen lassen.
Die Mandeln durch ein Sieb abtropfen lassen und die Milch auffangen. Auf die benötigte Menge von 600 ml auffüllen und erwärmen. Das Hefestück ansetzen mit 500 gr. Mehl, etwas Zucker und der in der lauwarmen Milch aufgelösten Hefe.

Hefemilch in eine Mulde im Mehl geben und mit dem Mehl zu einem glatten Teig kneten. Hefestück 1/2 Stunde ruhen lassen.

Restliches Mehl, die Butter und die gesamten Zutaten unterkneten. Zitrone abreiben. Gut durchkneten, damit alle Zutaten gut verteilt sind. Den Teig 30 Minuten bei etwa 30 Grad gehen lassen.

Die Menge vierteln und vier Stollen formen, indem man den Teig mittig zusammen faltet. Jeder der vier Stollen hat etwa ein Gewicht von 1200 Gramm.
Thüringer Christstollen

Auf dem Backblech etwa noch 20 Minuten ruhen lassen. In einem Umluftofen backe ich alle vier Stollen zusammen. Ofen vorheizen, 20 Minuten auf 180 Grad und 40 Minuten auf 160 Grad. Wenn kein Umluftofen zur Verfügung steht, jeweils 2 Stollen backen, bei Ober- Unterhitze erst 190 Grad, dann 170 Grad.
Dresdner Christstollen

Die äußeren etwas dunklen Rosinen ablesen und die Stollen gut auskühlen lassen, am besten über Nacht. Butter in einem Topf schmelzen und die Stollen damit rundherum großzügig
bestreichen. Sofort mit Puderzucker – natürlich auch großzügig 😉 – bestäuben.

In Tüten aufbewahren und bestenfalls 2 Wochen bis zum Anschnitt warten…..wenn man es
denn schafft.
Petras Stollen 2

Ich wünsche euch allen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit. Neben Gesundheit wollen wir uns alle in diesem Jahr „einfach“ nur Frieden wünschen.

Vielen Dank liebe Petra für das köstliche Rezept, auch Dir und Deiner Familie eine besinnliche Adventszeit, frohe Weihnachten und wie Du schon schreibst, ein vor allem friedliches 2016.