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Meine Lieben, es ist soweit, die Petra von Obers trifft Sahne veröffentlicht heute das erste Rezept hier bei mir, ich freue mich total, denn ein Rezept mit Kaninchen hätte ich gar nicht auf meiner Liste, weil meine liebe Familie das ja leider nicht isst. Und für mich alleine ein Kaninchen,..nee, da lasse ich gerne die Petra ran:

Guten Tag liebe Leser vom Blog „giftigeblonde“,

ich freue mich wirklich sehr, heute das erste mal zu Gast bei Sina und euch zu sein.
Wie ich ja schon in meiner Vorstellung geschrieben habe, könnte ihr bei mir eine echt bunte Speisekarte erwarten. Da geht es schon mal rund um die Welt und von süß über sauer zu scharf und fruchtig.

Für meinen ersten Post habe ich etwas deutsches mitgebracht, denn die deutsche Küche und die damit verbundenen Geschichten, möchte ich ja mit euch teilen . Aber es ist natürlich Hausmannskost 2.0

In meiner Küche bzw. an meinem ( unserem) Tisch begegnet ihr Herrn pe. Er ist der (vermeintliche) Herr des Hauses und was den Speiseplan angeht, immer der mit Wünschen nach traditioneller Küche. Ich schweife gern ab und so kann es bei uns auch passieren, dass ich am Sonntag mal zwei verschiedene Sachen koche. Allerdings sind wir bei einem Essen immer einig, nämlich dann, wenn es Herrn pe. nach einem Kaninchenbraten gelüstet. Den habe ich heute also für euch mitgebracht.

Da wir für ein paar Jahre auf dem Land gelebt haben, pflegen wir die Beziehungen dahin heute noch wegen der ehemaligen netten Nachbarn und wegen des Umstandes, dass sie alle irgendwie über eine Art von landwirtschaftlichem Erzeugnis verfügen das sie gern mit uns teilen. Gegen kleines Geld geben sie uns also Huhn, Ei, Kaninchen, Nüsse und überschüssiges Obst und Gemüse ab. Das erhält ihnen den Kontakt untereinander und uns die frischen Produkte, die wir vermissen.

Ich bekomme das Kaninchen küchenfertig, inklusive der essbaren Innereien. Das erste was ich damit tue ist, es beiseite zu legen und die Leber in etwas Butter, mit einem Apfel und Zwiebel zu braten und genüsslich zu verspeisen. Da kann es schon passieren, dass dabei der zukünftige Kochwein auf seine Eignung geprüft wird. Ein schlechtes Gewissen muss ich dabei überhaupt nicht haben, denn der Herr der Hause verweigert jede Art von Innereien. Wenn er wüsste,was ihm entgeht 😉

Dann wird es ernst und ich beginne mit dem zerlegen des Tieres. Dass mache ich grundsätzlich vor dem braten , denn in einem vorwiegend zwei-Personen- Haushalt geht ein nicht unerheblicher Teil davon erst mal in den TK. Je nach Lust und Laune friere ich das Fleisch schon fertig gebraten inkl. der Soße ein, oder noch unbearbeitet. So habe ich also heute die Vorderläufe ( bei uns in Thüringen “ Läufchen “ genannt ) zum zubereiten aus dem Frost geholt.

Auch ein Grund, warum ich Kaninchen immer wieder gern auf den Tisch bringe ist in anderer Teil, den ich auch für mich allein habe. Die Bauchlappen werden mit Knoblauch und Senf bestrichen und darin werden die Nier(ch)en eingewickelt und mit gebraten.

Auch ganz speziell ist der Kopf. Er wird nicht gewürzt, mit gebraten und gehört immer einer anderen Mitbewohnerin, nämlich Wilma unserer Hündin. Wenn ihr es nicht weiter sagt verrate ich euch auch noch, dass ich da vorher dir Bäckchen raus pule und die bekommen je eine Boris und Maxi, die Katzen. So versorgt hat dann jeder in der Familie etwas vom Braten.
Kaninchen mit Polenta

Kaninchen „Thüringer Art“

Zutaten
Kaninchen Fleisch je nach Bedarf
Senf ( kann ruhig etwas scharf sein)
Kümmel, Salz, Pfeffer, Zucker,
Knoblauch, Thymian , Zwiebel
Rotwein
Brühe (Gemüse, Geflügel oder Rind)
Wurzelgemüse
Etwas durchwachsener Speck

Ich pariere das Fleisch und wasche es gründlich ab. Anschließend wird es abgetrocknet und in die haushaltsüblichen Teile zerlegt.

Das Fleisch wird gesalzen, gepfeffert und mit ein paar Krümel Zucker bestreut, damit es schön karamellisieren kann. Dann eingerieben mit reichlich Senf und darüber Kümmel gestreut. Ich verwende gemahlenen, da mein Mann den anderen nicht mag. (..ihr merkt schon, er ist ab und an ein bisschen mäkelig 😉 )Es kommt in einen Bräter, in dem ich vorher den klein geschnittenen Speck ausgelassen habe, der auch darin bleibt. Mit zu dem Fleisch kommen Knoblauchzehen die ich nicht schäle, sondern nur andrücke, eine klein geschnittene Zwiebel und der Thymian.

Dann kommt es in den Ofen und bei Ober/Unterhitze lasse ich es ohne Deckel bei 200 Grad braun werden. Dann nehme ich den Bräter aus dem Ofen und gieße mit Rotwein und Brühe auf, so im Verhältnis 2:1. Dazu kommt jetzt etwas Wurzelgemüse wieder ab in den Ofen und den Deckel drauf. Die Hitze reduzieren auf 150 Grad und das Fleisch braucht dann etwa noch eine knappe Stunde.

Ist es fertig, nehme ich es aus dem Saft und halte es warm. Der Saft wird durch ein Sieb gegossen, abgeschmeckt und mit etwas Stärke gebunden. Zum Kaninchen gibt es bei uns traditionell Thüringer Klöße. Wie man die macht, findet ihr auch bei mir im Blog. Wenn ich mich aber durchsetze, gibt es dazu eine cremige Polenta und das wird dann mit viel Soße verspeist. Und das nicht genug der Extrawurst, mein Kaninchen bekam auch noch Gesellschaft von etwas mit Speck und Weintrauben gebratenem Hokkaido. Das war echt nicht schlecht.

Kaninchen mit Polenta

Vielen Dank, liebe Petra, ich würde das ungschaut sofort essen!
Vielleicht kochst du das mal für mich 🙂