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Ich bin ja immer für Neues (für mich Neues) zu haben.
Die Schwäbische Küche sagte mir: Es gibt Spätzle, die essen zu Spätzle Linsen und Würstchen, und sie mögen Sauce.
So war mein Wissensstand, bevor ich die Gelegenheit bekam dieses Kochbuch zu lesen und daraus zu kochen.

Aber bevor ich euch zwei Rezepte vorstelle, noch zu meinen Eindrücken:
Anders als viele Kochbücher die im kleinen handlichen Format daherkommen, ist dieses ein richtiger Bildband. Größer, wunderschöne Bilder von köstlich aussehendem Essen.
Die Größe macht es leider auch nicht allzu leicht, um in der Küche damit zu hantieren. Aber da weiß Frau sich ja zu helfen.
Es gibt keine Markierungsfädchen im Buch, aber ich bin ja schon darauf konditioniert bei jedem Einkauf nach kleinen bunten Post its Ausschau zu halten. So sieht dann ein Buch bei mir auch aus.
Zig bunte Papierchen schauen raus, nachdem ich mit dem „Lesen“ fertig bin. Und dann fällt es mir unheimlich schwer, etwas auszusuchen, das ich für diese Rezension daraus kochen möchte.
Ich habe mich diesmal für etwas ganz klassisches entschieden (jaja ihr habt recht ggg) und für etwas was meinen Mann Freude gemacht hat.

Das Buch beginnt mit einem Vorwort, darin wird zb. erwähnt dass man sich trotz internationaler Küche, die es allerorts gibt oder die man daheim selber kochen kann, immer mehr auf regionale, heimatliche Küche besinnt. Auf einfache Gerichte, auf aufwendigere und auf solche mit Tradition.
Auch gibt’s Vergleiche zb. Spätzle zu Pasta..grundsätzlich sind die Zutaten ja gleich, dennoch kommt was völlig anderes raus.

Außerdem raten die Autoren sich gut vorbereitet ans Werk zu machen, das beginnt bereits beim Einkauf und ganz besonders auf Mise en place (So nennt der Profi die vorbereitenden Tätigkeiten, Zutaten und Equipment zum Arbeitsplatz legen zb.)

Danach folgen schon die Kategorien:
Suppen
Vesper
Fleisch und Fisch
Beilagen
Fonds und Brühen
Süßes und Desserts

Ein ausführliches Register steht am Ende des Buches.

Aber jetzt zeige ich euch was ich gekocht habe.

Echte schwäbische Spätzle, darum ranken sich alle möglichen Rezepte, unsere österreichischen Spätzle sind anders, zumindest kenne ich niemanden der seine Spätzle nur aus Ei und griffigem Mehl, und etwas Salz herstellt. Hier kennt man die so, dass auch Milch drinnen ist oder die ganz günstige Variante wo einfach Wasser und Mehl und Salz zu einem Spätzleteig verrührt wird.

Hier ist aber das „richtige“ Rezept für Spätzle aus Schwaben und ja ich bin mir bewusst dass wahrscheinlich jede Köchin im Schwabenlande ihr eigenes, bestes Rezept hat.

Zutaten für 4 Personen als Beilage:
200 g Dunst oder Spätzlemehl (Ich: griffiges Mehl)
3 ganze Eier
etwas Salz

Diese Zutaten vermischt man und schlägt sie danach mit dem Kochlöffel bis er Blasen schlägt. Der Teig soll sich nur schwer vom Löffel lösen. Sollten die Eier besonders klein sein, so war es bei mir der Fall, nimmt man einfach noch ein Ei dazu.
Dieser Teig darf dann 20 Minuten ruhen.
Eine echte schwäbische Köchin nimmt nun ihr Spätzlebrett und ihren Spätzleschaber und arbeitet von Hand Spätzle ins kochende Wasser.
Ich bin keine davon, deshalb habe ich so eine Spätzlehobel verwendet.
Ist somit nicht mehr original, oder?
Wenn die Spätzle obenauf schwimmen, seiht man sie ab, schreckt sie kalt ab und verarbeitet sie weiter. Bei mir kamen die in eine große Pfanne mit etwas Butter und dienten als Beilage zu einem köstlichen Rindfleisch in Biersauce (Rezept folgt).
Schwäbische Spätzle

Das zweite Rezept das ich machen musste, hat mein Mann ausgesucht, er wollte kein Fleisch, keine Maultaschen, kein noch so köstliches Waldmeisterparfait, nein er wollte das ich die Schokoladensauce aus dem Buch mache. Bananen wollte er dazu, und Schlagobers.
Seine Wünsche sind mir fast immer Befehl, wie ihr wisst.

Schokoladensauce
Zutaten für 4 Dessertportionen
je 80 g Vollmilch und Zartbitterkuvertüre (ich nur Zartbitter)
100 ml Milch
100 ml Sahne (Schlagobers)
50 g Butter
1/2 Vanilleschote

Die Kuvertüre klein hacken und bei mittlerer Temperatur in einer Rührschüssel über einem heißen Wasserbad langsam schmelzen lassen.
Währenddessen Milch, Sahne und Vanilleschote in einem Milchtopf aufkochen und dabei mit dem Schneebesen öfter umrühren. Wenn das Gemisch koch, die Vanilleschote entfernen.
Wenn die Schokolade ganz geschmolzen ist, Milch und Sahne zugeben und umrühren. Die Sauce aus der Schüssel in den Topf gießen und nochmal erwärmen. Dann vom Feuer nehmen und die Butter in kleinen Stückchen unterschlagen, bis eine glatte glänzende Sauce entsteht.
Wenn man die Sauce gekühlt servieren möchte, erhöht man die Milchmenge auf 150 ml und süßt mit etwa 1 El. Zucker nach.
Banane mit Schokosauce
Naa? Fast hätte ich trotz Bananenphobie zugeschlagen,..hab mich aber beherrscht und die Banane weggelassen, die Sauce passt nämlich hervorragend zu Eis, über Kuchen oder Bisquitrouladen oder auch zu Pudding.

Beide Rezepte die ich ausprobiert habe, haben uns sehr gut geschmeckt.
Das Buch hat wirklich interessante Rezepte drinnen, gerade bei den Fleischgerichten gabs einiges was ich sicher noch machen werde.

Die meisten Rezepte sind leicht umsetzbar und erfordern weder Profi Werkzeug noch eine Ausbildung in einer Sterneküche.

Und grad als Österreicherin mit italienischen Einschlag gibt’s viel Neues zu entdecken.
Daher kann ich das Buch auch sehr empfehlen, auch natürlich einer schwäbischen Hausfrau, weil vielleicht ist ein Gericht doch auch noch anders möglich, als so wie man es schon seit Jahren macht?

Hier sind die Informationen zum Buch:

Schwäbische Küchenklassiker - fein gemacht

Schwäbische Küchenklassiker – fein gemacht


(Bildquelle Silberburg-Verlag)

Jochen Fischer, Walter Siebert und Gottfried Stoppel
Schwäbische Küchenklassiker – fein gemacht
240 Seiten, 127 farbige Abbildungen, fester Einband
Format 21,5 x 27,5 cm,
ISBN 978-3-87407-886-3
€29,90
Das Buch ist erhältlich im gut sortierten Buchhandel, sowie selbstverständlich auch im Verlag.

Ich danke dem Silberburg-Verlag
für die Zur Verfügung Stellung des Buches zu Rezensionszwecken.
Meine Meinung bleibt davon natürlich wie immer unberührt und ich gebe nur eigene Eindrücke wieder.