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Dieses Kochbuch ist nicht einfach ein Kochbuch.
Das ist ein Lobgesang auf den Erdapfel und das was er alles kann.
Nicht nur dass der Erdapfel eines unserer Grundnahrungsmittel ist, er wird auch in der Kosmetik und der Heilkunde verwendet.

Erdäpfel bekommt man immer noch günstig zu kaufen, auch wenn man Bio Qualität bevorzugt, beim Erdapfel gibt’s keine Ausrede, der ist auch Bio leistbar.

Beim Lesen hat man den Eindruck, nein ich denke das ist auch so, dass die Autorin den Erdapfel als überhaupt das Wichtigste Lebensmittel einstuft. Frau Haunschmid hatte auch die erste Erdäpfel Pension in Österreich, die wurde 1989 gegründet und hat zahlreiche Prominente mit ihrer guten Erdäpfel Diätküche angezogen.
Leider ist diese nicht mehr geöffnet, warum konnte ich nicht herauslesen.

Das Buch ist eine sehr gute Informationsquelle, es gibt außer Rezepten noch Kapitel über Erdäpfeltherapien, Erdäpfel-Luxus für den Alltag, Erdäpfel für die Schönheit und Erdäpfel als Hausmittel um nur einige der Kapitel zu nennen. Und über die Geschichte der gesunden Knolle gibt es natürlich einiges zu lesen.

Im Rezepteteil finden sich viele Bilder, die mich persönlich jetzt aber nicht so ansprechen, aber das ist wirklich Geschmackssache und andere werden sich vielleicht überschlagen vor Begeisterung.

Die Aufmachung und Unterteilung des Buches finde ich ansprechend, für mich könnten noch mehr Rezepte drinnen stehen und etwas weniger Information, aber das nur weil ich jetzt nicht so hinter jedem Lebensmittel den Gesundheitsfaktor sehe sondern vor allem den Genussfaktor. Bändchen zum Markieren fehlen leider völlig, aber ich habe einen großen Vorrat an pickenden Zettelchen hier im Haus.

Schön finde ich die Unterteilung innerhalb des Rezepteteils, auf einen Blick findet man die Kategorie die man gerade sucht und kann dann gezielt ein Rezept auswählen.
Sehr gut gefällt mir die einleitende Kategorie: Grundrezepte für Erdäpfelteige. Interessant die mit dem Erdäpfel Konfekt.
Dazwischen die ganze Bandbreite von Suppen über Vorspeisen bis zu Marmeladen.

Abschließend hat sich Frau Haunschmid dekorierte Köche eingeladen, in ihrem Buch ein Rezept zu präsentieren. Die da zum Beispiel wären: Josef Brüggler, Thomas Dorfer, Paul Ivic…und noch viele, viele mehr.

Aber ich konzentriere mich wie immer auf die Küche die man so alltäglich zu Hause kocht.
Das erste Rezept das ich nachgekocht habe ist:

Erdäpfelauflauf mit Obers oder auch Gratin Dauphinois

Zutaten für eíne Auflaufform:
1.5 kg mehlige Erdäpfel
500 ml Obers (Schlagobers, Sahne, Anm. Sina)
Salz, Pfeffer
geriebener Käse zum Bestreuen (ich geriebener Emmentaler)
Semmelbrösel (die Autorin nennt sie Paniermehl)
Butterflöckchen

Die Mengen habe ich so übernommen, sprich für einige der Zutaten gibt’s keine genaue Mengenangabe, was mir ja passt, aber viele möchten halt doch gerne genauere Angaben haben.

Die Erdäpfel schälen und in dünne Scheiben schneiden.
In eine gebutterte Auflaufform schlichten:
Erdäpfel, drüber Obers, salzen, pfeffern.
Diese Reihenfolge muss eingehalten werden, schreibt die Autorin als Tipp, da sich sonst die Gewürze absetzen und nicht mit dem Obers vermischen, was dann fad schmecken würde.
Die letzte Schicht Erdäpfel wird nur noch gesalzen und gepfeffert und es kommen dann die Brösel, der Käse und die Butterflöckchen drüber.
Bei 225° ca. 25 Minuten backen.
Die Zeitangabe hat genau gepasst, herausgekommen ist ein wirklich sehr gut schmeckender Erdäpfelauflauf. Kein Wunder,..gute Erdäpfel und die Menge an Fett,..eine unschlagbare Kombination.
Das Gericht gelingt meiner Meinung nach auch nur mit mehligen Erdäpfeln, weil nur diese Sorte das Obers schön aufsaugt, es soll ja keine Suppe sein, sondern ein schöner Auflauf.
Das ist gelungen oder?
Erdäpfelauflauf mit Obers
Wir hatten einen Blattsalat dazu, also als Hauptspeise gegessen.
Die Menge hat für 4 Personen locker gereicht.

Das nächste Rezept das ich nachgekocht habe.
Beziehungsweise nachgebacken habe.
Die Susanne Magentratzerl hat dieses Buch ja bereits rezensiert.
Und berichtet dass ihr das Rezept für das Erdäpfel Roggenbrot nicht so wirklich zugesagt hat.
Als ich die Rezepte ausgesucht habe, die ich hier vorstellen wollte, dachte ich wieder an dieses Brot und nahm die Herausforderung an.
Wie die Susanne schon schreibt, die angegebene Flüssigkeitsmenge konnte nicht funktionieren, hier ist das Rezept und ich schreibe in Klammer was ich abgeändert habe.

Erdäpfel-Roggenbrot

Erdäpfel - Roggenbrot

Zutaten:
400 g mehlige Erdäpfel, geschält, gedämpft durch die Presse gedrückt
(erste Änderung von mir: die Erdäpfel ungeschält gekocht, ebenfalls durch die Presse gedrückt)
250 g Roggenmehl
42 g frische Germ
etwas Salz
1/2 Tl Zucker
Brotgewürz (hier gemahlener Kümmel, gemahlener Koriander)
375 ml Wasser (hier 175 ml)

Erdäpfel waschen, schälen, dämpfen (oder so wie ich, ungeschält verwenden), heiß durch die Presse drücken, überkühlen lassen.
Das Mehl mit der Germ, Salz, Zucker und den Gewürzen zusammenmischen. Zu diesem Gemisch kommen dann die gepressten Erdäpfel. Das knetet man solange bis es sich vom Schüsselrand löst. Ich habe das nur per Hand gemacht und das hat gut geklappt, geht natürlich auch mit dem Mixer oder Küchenmaschine, denke ich zumindest.
Wasser kommt erst hier ins Gespräch in der Rezeptebeschreibung: Wasser sparsam verwenden, denn in den Erdäpfeln ist sehr viel Wasser enthalten, das erst beim Kneten frei wird. Danach den Teig halbieren, zu Kugeln formen und zugedeckt ca. 40-60 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. (hier in der Küche, bei Zimmertemperatur, 2 Stunden)
Bei 180° ca. 40 Minuten goldbraun backen. Einen Topf mit Wasser ins Backrohr stellen.
Letzen Punkt konnte ich mir ersparen, da mein AEG Multibackofen ja selber dampfen kann.

Das Brot ist erst sehr schön aufgegangen, im Backrohr dann aber nicht mehr weiter. Erst dachte ich das wird also nix, aber wie man sieht ist es im Anschnitt sehr schön, es schmeckt auch sehr, sehr gut. Ob es wirklich tagelang saftig bleibt kann ich nicht beurteilen, bei uns war es am nächsten Tag weg.
Ich denke mir, bei diesem Brot kommt es sehr auf die verwendeten Erdäpfel an. Meine waren vom Weinviertler Bauern, sehr mehlig, mit denen mache ich auch sehr gern Püree und auch die Gnocchi habe ich damit zubereitet.

Erdäpfel Roggenbrot

Für das Buch gibt’s eine Kaufempfehlung von mir, nicht nur für Menschen die gerne kochen. Ein vielseitiges informatives Kochbuch mit vielen Rezepten.

Hier noch die Informationen zum Buch:
Leopold Stocker Verlag
ISBN 978-3-7020-1424-7
Ulrike Haunschmid
ERDAPFEL – DAS UNIVERSALGENIE
Vital, gesund und schön durch die Kraft der Knolle
Mit über 100 handverlesenen Kartoffelrezepten
180 Seiten, durchgehend farbig bebildert, 22 x 22 cm, Hardcover
€ 24,90
Das Buch ist natürlich beim Verlag erhältlich, sowie im gut sortieren Buchhandel.

Ich bedanke mich beim Leopold Stocker Verlag, die mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben. Wie immer ist der Inhalt dieser Rezension meine eigene Meinung.
Erdapfel-das Universalgenie